Die PHILISTER tauchen ab dem 12. Jahrhundert v. Chr. in den Küstenregionen des später nach ihnen benannten Landes Palästina auf. Noch immer umstritten ist die Frage nach ihrer Herkunft; möglicherweise stammten sie aus dem griechisch-ägäischen Raum. Etwa zur gleichen Zeit formierten sich die Israeliten als neue Bevölkerungsgruppe in den höher gelegenen Regionen Kanaans. Für sie waren die Philister Jahrhunderte lang Konkurrenten um die Vorherrschaft im Land. Aus dem Blickwinkel der Bibel werden sie daher als kulturell unterlegen dargestellt. Die Archäologie deckt jedoch beeindruckende kulturelle Leistungen der Philister auf.
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Im Laufe der Zeit übernahmen die Philister auch mehr und mehr kulturelle Züge der ansäßigen Kanaanäer. Sie übernahmen schnell die einheimische Alfabetschrift und allmählich auch die semitische Sprache Kanaans. Ihre Keramik, die zunächst sehr charakteristische Züge aufweist, und zum Schönsten zählt, was Palästina an Keramik je hervorgebracht hat, wurde ebenfalls langsam der schlichteren landestypischen Ware angegelichen. Diese Transforamtionsprozesse der Philisterkultur zu analysieren, ist Ziel des PROJEKTS:
"The Cultural Dynamics of the Philistine Culture: A Case Study in the Transformation of an Immigrant Culture"
(Kulturelle Entwicklungsprozesse der Philister: Eine Fallstudie zur Transformation einer Einwandererkultur)
Es wird für den Zeitraum 2005-2007 von der Deutsch-Israelischen Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF) finanziert.
Zusätzliche Mittel verdanken wir dem Department Katholische Theologie der LMU München, dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, und der Gesellschaft Freunde Abrahams e.V.
PROJEKTMITARBEITER sind
Prof. em. Dr. Dr. Manfred Görg....
Stefan Jakob Wimmer, Ph.D. (Hebr. Univ. Jerusalem)....
von der Ludwig-Maximilians-Universität MÜNCHEN
und
von der Bar-Ilan-Universität RAMAT GAN
Prof. Görg untersucht die historischen Quellen, Dr. Wimmer die philologischen und epigrafischen Aspekte (Sprache und Schrift); Prof. Maeir ist mit seinem Team für die Durchführung und Auswertung der Grabungen auf dem TELL ES-SAFI verantwortlich.
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Das Projekt wurde Ende 2007 planmäßig und erfolgreich abgeschlossen.
KURZDARSTELLUNG (pdf)
Beitrag aus den Forschungsberichten der LMU
"Personal Stories" aus: GIF in Brief 2008, GIF 20th Anniversary Celebration
Die Ausgrabungen auf dem Tell es-Safi/Gat werden jedoch fortgesetzt; auch die Möglichkeit zur Teilnahme an den Grabungen (ohne Vorkenntnisse) besteht weiterhin.
Die Ausgrabungen werden seit 1996 unter Leitung von Prof. Aren Maeir von der Bar-Ilan-Universität (Ramat Gan, Großraum Tel Aviv) durchgeführt. Der Tell (Grabungshügel) liegt südwestlich von Jerusalem, etwa auf halber Strecke zwischen Jerusalem und Gaza, am Übergang zwischen dem Niederhügelland (Schefela) und der Küstenebene. Er ist offenbar identisch mit der biblischen Stadt GAT. Sie war eine der fünf Hauptorte der Philister, neben Gaza, Aschkelon, Aschdod und Ekron, und laut 1 Sam 17 die Heimatstadt des Goliat.
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Hat es GOLIAT wirklich gegeben? Das wissen wir nicht. Mit der Erzählung, wie der jugendliche David mit einer Steinschleuder den scheinbar überlegenen Riesen zur Strecke bringt, folgt die Bibel einem Topos, den die Literatur des Alten Orients immer wieder neu erzählt hat. Doch wir haben im Sommer 2005 auf dem Tell es-Safi eine Inschrift gefunden, die vielleicht bezeugt, dass der Name, der im hebräischen Text "Goliat" lautet, in der zeitlichen und räumlichen Umgebung, in der die Bibel ihren Philisterhelden auftreten lässt, tatsächlich gebräuchlich war.
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KONTAKT:
stefan.wimmer@uni-muenchen.de
Aus den Forschungsbeiträgen der Ludwig-Maximilians-Universität,
Einsichten 2006 (Artikel: Den Philistern auf der Spur, als pdf-Datei)
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